Psychische Ursachen der erektilen Dysfunktion und Strategien dagegen

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Die häufigsten Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind organischer Natur. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, eine Vergrößerung der Prostata, Fettstoffwechselstörungen, Arteriosklerose und Herzinsuffizienz, seltener Testosteronmangel. Die meisten dieser Erkrankungen sind typische Alterskrankheiten, weshalb die physischen Ursachen einer erektilen Dysfunktion vor allem bei den älteren Herren, die das 40. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen haben, zu finden sind. Allerdings werden auch jüngere Männer nicht von dem Phänomen der erektilen Dysfunktion verschont. Bei diesen sind die Ursachen jedoch ein wenig anders gelagert.

 

Die psychische Ursache kann eine Doppelbelastung für den jungen Mann darstellen

 

Die erektile Dysfunktion der jungen Männer hat in den meisten Fällen psychische Ursachen, was eine seelische Doppelbelastung für sie darstellt. Das Männerbild der meisten Betroffenen ist geprägt von Leistungsbereitschaft, sie wollen immer zur Verfügung stehen können, vor allem im Bett. Geht allerdings nicht mehr, fühlen sie sich daher in ihrer Identität angegriffen, was vor allem für kaum gefestigte junge Männer eine starke seelische Belastung ist. Trauen sie sich zum Arzt, um die Ursachen der erektilen Dysfunktion feststellen zu lassen, was sich nicht viele Männer trauen, da sie das Problem lieber in sich hineinfressen, und die Diagnose hören, dass ihre Erektionsstörung psychische Ursachen hat, ist dies der nächste Schlag für ihr Selbstwertgefühl. Die meisten assoziieren mit der Diagnose gleich eine schwerwiegende psychologische Erkrankung. Impotent UND psychisch krank, wer will das schon. Doch in den allermeisten Fällen steckt hinter der Diagnose keine schwere seelische Erkrankung, sondern wenig gravierende, recht oberflächliche Probleme, die gut behandelt werden können.

 

Viele Fälle sind einfach und schnell behandelbar

 

Bekanntlich ist das Gehirn das größte Sexualorgan. Ja, auch des Mannes. Dieses verarbeitet die Reize, die eine sexuelle Erregung auslösen können und schüttet entsprechende Botenstoffe aus, um dies zu realisieren. Erst dann wird das zweitgrößte Sexualorgan des Mannes aktiv. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen die Reize nicht umgesetzt und keine Botenstoffe ausgeschüttet werden. Dies geschieht beispielsweise erziehungsbedingt in gesellschaftlichen Situationen, in denen eine Erektion eher unpassend ist. Doch auch in Ausnahmefällen, in denen eine Erektion ausdrücklich erwünscht ist, kann dies geschehen. Beispielsweise leiden vor allem junge Männer in der Frühphase ihrer Sexualität, in der sie erste Erfahrungen machen, unter Erektionsproblemen, da sie ihre Unerfahrenheit als problematisch empfinden. Hier ist kein Gang zum Psychologen nötig, die Schwierigkeiten lösen sich in der Regel nach einigen Erfolgserlebnissen ins Nichts auf. Wird der Druck allerdings zu groß kann ebenso wie im Fall der unklaren sexuellen Orientierung, die ebenfalls Erektionsprobleme hervorrufen kann, der Besuch einer Sexualberatung weiterhelfen, in der die jungen Männer über ihre Vorstellungen , Bedürfnisse und Wünsche sprechen können.

 

Beziehungsstress und Belastung auf der Arbeit

 

Auch in Zeiten hoher emotionaler Belastung und Stress kann eine erektile Dysfunktion auftreten. Eine Belastungssituation in der Beziehung, wie fehlende oder negative Kommunikation, wenig Nähe, unterschiedliche Vorstellungen von der Beziehung oder unerfüllte, bewusste oder unbewusste Wünsche oder Bedürfnisse, kann bereits dazu führen, dass im Bett nichts mehr geht. Auch eine zu große Routine oder Eifersucht kann der Auslöser für Erektionsprobleme sein. Auch dies sind bereits psychische Ursachen, die aber in den meisten Fällen keinen Besuch bei einem Psychologen, ja nicht einmal bei einem Paartherapeuten nach sich ziehen muss. In diesem Fall reicht in der Regel ein klärendes Gespräch zwischen beiden Liebenden. In diesem Fall kann die erektile Dysfunktion auch zu einer Chance für die Beziehung werden, da in diesem Gespräch die Partnerschaft von Grund auf überdacht und auf eine neue Ebene gehoben werden kann, wenn die Unterhaltung sachlich und ohne Schuldzuweisungen geführt wird. Auch Stress außerhalb der Beziehung wie Stress am Arbeitsplatz oder Mobbing kann für die Erektionsfähigkeit abträglich sein. Hier hilft es meist, wenn der Betroffene die grundlegenden Probleme bei einer Vertrauensperson anspricht und zusammen mit dieser die Stressfaktoren, die zu den privaten Problemen führen, aus der Welt schafft.

 

Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapeuten

 

Problematisch wird es allerdings, wenn der Betroffene die erektile Dysfunktion aus Scham verheimlicht und sich zunehmend zurückzieht. Der Druck und die Versagensängste, die auf dem Mann lasten, verfestigen sich und nehmen zu. In diesem Fall ist der Besuch bei einem Therapeuten am besten, um diese wieder aufzulösen. Ebenso können Selbsthilfegruppen die Betroffenen unterstützen, aus ihrem Teufelskreis zu entkommen. Leider ist der Schritt in die Öffentlichkeit für die meisten Betroffenen schwer. In diesem Fall bieten allerdings zahlreiche anonyme Foren oder Beratungsstellen im Internet eine erste Orientierung und Ratschläge. In einigen Fällen können jedoch auch deutlich gravierendere Probleme die erektile Dysfunktion auslösen. Vor allem traumatische sexuelle Erfahrungen, Missbrauch oder eine Depression können Erektionsprobleme hervorrufen. Diese Ursachen sind zumeist sehr tiefliegend und bedürfen zur Behandlung in der Regel der Hilfe eines Therapeuten und einer Sexualtherapie.

 

Phänomen des postmodernen Informationszeitalters: Erektile Dysfunktion durch Pornos

 

Neben den genannten Ursachen sind derzeit neue psychische Ursachen für eine mögliche erektile Dysfunktion auf dem Vormarsch, die das postmoderne Informationszeitalter mit sich bringt. Das Internet ist voll mit überaus expliziten Bildern, Filmen und Geschichten, die alle nur erdenklichen Spielarten der Sexualität abdecken. Diese Produkte sind nach wenigen Klicks erreichbar und für jedermann erhältlich, auch für die jüngsten Männer. Gerade bei den jüngeren, pubertierenden Vertretern männlichen Geschlechtes, die selbst noch keine Erfahrungen machen konnten, rufen diese Erzeugnisse ein unrealistisches Bild von Sexualität hervor, das sich nicht mit der Wirklichkeit deckt, wenn sie ihre ersten Erfahrungen machen. Dies kann dazu führen, dass ihre Erektion ausbleibt. Doch auch ältere Männer sind nicht davor gefeit. So lässt sich derzeit in den Foren und Beratungsstellen ein Trend ausmachen, die Anzahl der Hilfesuchenden, die ihre erektile Dysfunktion auf teils übermäßigen Pornokonsum zurückführen, nimmt stetig zu. Auch die Sexualtherapeuten berichten von einer steigenden Anzahl von Patienten mit einem Pornographiehintergrund, der im schlimmsten Fall suchtähnliche Züge annehmen kann. Auch in diesem Fall ist der Besuch einer Beratungsstelle dringend angeraten.

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