Die Auswirkung der erektilen Dysfunktion auf die Partnerschaft

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Die erektile Dysfunktion, im Volksmund auch Impotenz genannt, ist weit verbreitet. Statistiken zufolge ist in Deutschland jeder fünfte Mann mindestens einmal in seinem Leben zumindest zeitweise von diesem Phänomen betroffen. Männer mit diesem Problem sind also bei weitem nicht allein, dennoch ist es für die meisten weiterhin ein schwerer Schlag und immer noch mit einem Tabu belegt. Das Rollenbild des Mannes wird auch in der westlichen Kultur unter anderem durch seine sexuelle Leistungsfähigkeit definiert. Ein richtiger Mann gilt als potent und kann immer. Klappt es aus egal welchem Grund jedoch nicht immer, gerät das Selbstbild des Mannes ins Wanken, er fühlt sich in seiner Identität und Männlichkeit angegriffen.

 

Eine Gefahr für die Beziehung

 

Und dabei ist es schlimm genug, sich allein mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Noch schlimmer wäre es allerdings, wenn die Umwelt von der erektilen Dysfunktion erfahren würde, da der Mann glaubt, dadurch seinen Status zu verlieren. Aus diesem Grund zieht sich der Betroffene nach und nach zurück. Auch von seiner Partnerin nimmt der Mann Abstand und reduziert zunehmend die intimen Zusammenkünfte, um Situationen zu vermeiden, in denen das Problem entdeckt werden könnte. Die Partnerin, die nichts von den wahren Ursachen der Situation weiß, fühlt sich zurückgestoßen und meist weniger attraktiv und anziehend, sie leidet ebenfalls. Die erektile Dysfunktion wird zu einer großen Zerreißprobe, an der nicht wenige Beziehungen scheitern. Und zwar nicht etwa, weil der Mann im Ansehen der Partnerin sinken könnte, wenn sie von dem Problem ihres Mannes wüsste. Sie würde ihn nicht für einen Versager halten und eine gewisse Zeit ohne Geschlechtsverkehr wäre für die meisten Frauen nicht so schlimm, wenn sie sich der Liebe ihres Partners sicher ist. Der Grund für die Zerreißprobe ist einzig das Versteckspiel und der einseitige Rückzug des Partners.

Die Probleme offen benennen und besprechen

 

Ein klärendes Gespräch sei also angeraten, um die Situation zu entspannen und die Partnerschaft zu retten. Wichtig ist dabei, dass ruhig und sachlich vorgegangen wird, gegenseitige Vorwürfe oder Bagatellisierungen sind fehl am Platz. Das Gespräch ist allerdings nicht nur zur Klärung der zwischenmenschlichen Situation wichtig. Zumeist hat die erektile Dysfunktion tiefer liegende, körperliche oder seelische Ursachen, die aufgeklärt werden müssen. Das Gespräch hilft dabei, Lösungswege aufzuzeigen. Bei den psychischen Ursachen kann diese Diskussion bereits eine Linderung bedeuten. Zudem ist das Gespräch gegenüber dem Partner in der Regel schon der erste Schritt zur weiteren Öffnung der Umwelt gegenüber und der Gang zu einem Arzt oder Therapeuten, um die Ursachen hinter der erektilen Dysfunktion festzustellen, fällt danach bedeutend leichter.

 

Die Phase der erektilen Dysfunktion als Chance für die Partnerschaft

 

Und wie so vieles hat auch das Thema der erektilen Dysfunktion zwei Seiten. Wenn offen mit der schwierigen Situation umgegangen wird, kann sie statt zur Zerreißprobe zur Chance für die Beziehung werden. Die Gespräche helfen nicht nur, aus der gespannten Situation zu entkommen, sondern sind eine Gelegenheit, sowohl die eigenen Wünsche und Bedürfnisse als auch die des Partners hinsichtlich der Beziehung zu überdenken und zu artikulieren. Tiefer liegende Ängste, Sorgen und Probleme auch innerhalb der Partnerschaft, die bereits eine Ursache der erektilen Dysfunktion darstellen können, werden angesprochen und gelöst. Die Rückbesinnung auf gemeinsame schöne Zeiten, an den Beginn der Beziehung, die Erinnerung an das Begehren und die gemeinsam erlebte Lust wirkt stimulierend und hebt die Beziehung auf eine neue Stufe. Das „Wieder miteinander reden“ tut zumeist so gut, dass ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht. Und nicht zuletzt festigt die gemeinsam durchlebte schwere Zeit das Band der Partnerschaft, so dass die Phase der erektilen Dysfunktion richtig betrachtet und genutzt durchaus als Chance gesehen werden kann.

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