Der Klassiker unter den Potenzmitteln – Viagra

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Das Jahr 1998 war für alle Männer, die unter einer erektilen Dysfunktion litten, eine Zäsur. Zwar gab es bereits lange vorher Arzneien, mit denen Impotenz behandelt werden konnte. Doch die Mittel, die aus Flora und Fauna stammten, wirkten meist eher schlecht als recht. Die Pharmaindustrie änderte dies mit der Entwicklung eines Präparates, das bei einem Großteil der Männer zuverlässig Wirkung zeigte und das mittlerweile zum geflügelten Wort und Sammelbegriff für alle potenzsteigernden Mittel geworden ist – Viagra. Ironie des Schicksals, könnte man heute sagen. So war doch die Entwicklung eines Potenzmittels ursprünglich gar nicht geplant.

 

Eine zufällige Entdeckung wird zum Segen

 

Die Forscher des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Pfizer untersuchten Ende der 1990er Jahre die Wirkung des PDE-5-Hemmers Sildenafil auf Patienten mit Bluthochdruck und Angina Pectoris. Leider schlugen diese Tests fehl, der erwünschte Erfolg stellte sich nicht ein. Allerdings registrierten die Forscher, dass es bei den Tests zu einer eigentümlichen Nebenwirkung kam, die nicht nur die Probanden, sondern auch deren Partnerinnen erfreute. Die an den Tests teilnehmenden Männer litten zu einem großen Teil an Potenzproblemen, die durch die Erkrankungen ausgelöst wurden. Zwar konnte ihr Bluthochdruck oder die Angina Pectoris nicht gesenkt beziehungsweise geheilt werden, dafür jedoch wurde ein ganz anderes Problem gelöst. Dank des neuen Medikamentes waren die meisten von ihnen wieder in der Lage, dauerhafte Erektionen aufzubauen und mit ihrer Partnerin den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Die Probanden waren so erfreut, dass Pfizer nach dem fehlgeschlagenen Angina-Pectoris-Test Probleme hatte, die restlichen Medikamente zurückzuerhalten. Der nächste Test, der umgehend gestartet wurde und der sich der Wirkung des PDE-5-Hemmers Sildenafil auf die erektile Dysfunktion widmete, konnte erfolgreich abgeschlossen werden und brachte dem Pharmaunternehmen viele Dankesbriefe und einen unerwarteten Geldsegen ein.
 

Siegeszug um die Welt

 
1998 brachte Pfizer das neue Potenzmittel unter dem Namen Viagra auf den Markt. Die Bedeutung des rechtlich geschützten Begriffes ist dem Unternehmen zufolge aus dem lateinischen Wort vigor abgeleitet und bedeutet so viel wie „Stäke“. Der lateinische Ursprung wurde mit dem Begriff Niagara kombiniert und so entstand das Kunstwort Viagra, was inzwischen beinahe jedem Menschen ein bekannt sein sollte. Zudem klingt es wie der Begriff vyaghra, einem Wort aus dem Sanksrit, das mit „Tiger“ übersetzt wird. In den kommenden Jahren trat das Präparat einen Siegeszug um die Welt an, Viagra wurde zum Inbegriff des Potenzmittels. Das lag nicht zuletzt daran, dass das Potenzmittel die ersten vier Jahre nach seiner Erscheinung das einzige Medikament mit einer derartigen Wirkung auf dem Markt war. Erst 2002 und 2003 wurde die Monopolstellung von Viagra abgelöst. Die Pharmaunternehmen Lilly und Bayer brachten mit Cialis und Vardenafil ebenfalls Medikamente auf den Markt, die PDE-5-Hemmer als Wirkstoff einsetzten. Die Wirkung dieser Medikamente ist ähnlich wie der von Viagra, allerdings haben sie bestimmte Eigenschaften, die Viagra ein wenig in den Schatten stellen. Zudem lief Mitte 2013 in Deutschland das Patent von Pfizer auf Viagra aus, wogegen sich das Pharmaunternehmen verständlicherweise wehrte, da es bis dahin fast 25 Milliarden Dollar mit seinem Zugpferd umsetzte. Allerdings war der Kampf vergeblich, die Konkurrenz darf seit 2013 Nachahmerpräparate herstellen. Derzeit sind zahlreiche sogenannte Generika von Viagra auf dem Markt verfügbar. Dennoch steht Viagra weiterhin ganz oben auf der Liste der bekanntesten Potenzmittel.
 

Gefährliche Trittbrettfahrer

 
Der große Erfolg von Viagra lockte natürlich auch Interessenten aus illegalen Milieus an, die ein Stück von dem üppigen Kuchen abhaben wollten. Auf dem Schwarzmarkt wurden fast von Beginn an Fälschungen des Präparates angeboten, die nur einen Bruchteil des Originalmedikamentes kosteten. Viele Männer griffen zu, da sich nicht alle die teuren Potenzmittel, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden, leisten konnten. Doch wenn sie Glück hatten, war das Geld nur hinausgeworfen, da die billigen Präparate nur einen Teil des Wirkstoffes enthielten und keine Wirkung entfalten. Es werden jedoch auch Fälschungen angeboten, die ganz andere Inhaltsstoffe aufweisen, die schlimmstenfalls die Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. Die gefälschten Präparate werden seit langem vor allem in massenhaften, unseriösen Spammails beworben. Beim Kauf von Viagra über das Internet sollten also die Augen unbedingt offen gehalten werden. Niemals auf verdächtige Mails hereinfallen. Besser ist es, gleich in einer seriösen Versandapotheke vorbeizuschauen. Dann können Sie sicher sein, das originale und sichere Präparat zu erhalten.

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