PDE-5-Hemmer – Die ideale Behandlung von erektilen Dysfunktionen

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Seit zahllosen Generationen muss sich die geplagte Männerwelt mit erektilen Dysfunktionen herumschlagen. Lange Zeit mussten zur Behandlung der Plage mehr schlecht als recht wirkende Präparate herhalten, die aus Flora und Fauna gewonnen wurden. Besonders die Tierwelt hatte unter dem Jagdtrieb zu leiden. Geraspelte Hörner oder getrocknete Tierhoden brachten einige Tiere auf die Liste der bedrohten Arten. Diese Zeiten sind nun vorbei. 1998 brachte das Pharmaunternehmen Pfizer ein Medikament auf den Markt, das den unter einer erektilen Dysfunktion leidenden Männern wirkungsvoll ihre Potenz zurückbrachte. Männer- wie Tierwelt konnten aufatmen. Erstere konnten wieder ein erfüllendes Sexualleben genießen, die Tiere können sich wieder sicher durch ihren Lebensraum bewegen, ohne befürchten zu müssen, erlegt und zu einem Präparat verarbeitet zu werden, damit Mann ein gelungenes Stelldichein vollziehen kann.

 

Am Anfang stand der Zufall

 

Die Entdeckung der PDE-5-Hemmer kann also getrost als Zäsur bezeichnet werden. Den Beginn machte der Wirkstoff Sildenafil, den die Forscher von Pfizer entdeckten und 1998 unter dem Namen Viagra auf den Markt brachten. Die Geschichte von Sildenafil ist ein kleines Kuriosum, denn eigentlich arbeiteten die Mitarbeiter von Pfizer an etwas ganz anderem. Sie untersuchten die Wirkung des Arzneimittels gegen Bluthochdruck und Angina Pectoris. Die Forscher erhofften sich, dass der Wirkstoff die Blutgefäße im Herzen entspannt. Leider war dies nicht der Fall, die Studie schlug fehl, die Blutgefäße entspannten sich nicht. Dafür sollte in anderen Regionen eine gänzlich anders geartete Anspannung entstehen, ein Nebeneffekt, der vor allem die Probanden freute, die aufgrund ihres Bluthochdruckes mit Erektionsstörungen zu kämpfen hatten. Ihre Partnerinnen waren nicht minder überrascht und erfreut. Pfizer reagierte auf den Effekt und rief eine Studie ins Leben, die die Auswirkungen von Sildenafil auf die Potenz hatte. Welchen Erfolg diese Studie hatte, zeigen nicht zuletzt die zahlreichen Briefe, die das Pharmaunternehmen von glücklichen Paaren erhielt. Der Abschluss der Untersuchung war allerdings nicht ganz einfach, Pfizer hatte Mühe, die übrig gebliebenen Präparate von den Probanden zurückzuerhalten. Kurze Zeit später brachte Pfizer den Wirkstoff Sildenafil in Tablettenform und unter dem Namen Viagra auf den Markt. Die Zuverlässigkeit und die Wirkung des Präparates sprachen sich in der bis dahin auf wenig wirksame Naturpräparate angewiesene Männerwelt schnell herum. Ein unbeschreiblicher Siegeszug um die Welt begann, Viagra wurde zum Synonym für den Begriff Potenzmittel. Was nicht zuletzt daran lag, dass das neue Präparat die ersten Jahre eine Monopolstellung einnahm, die erste Konkurrenz sollte erst 2003 folgen.

 

Die Wirkung der PDE-5-Hemmer

 

Alle PDE-5-Hemmer wirken auf dieselbe Weise. Sie blockieren die Bildung eines Enzyms, das die Bildung von Botenstoffen verhindert soll, die wichtig für eine Erektion sind. Diese Botenstoffe vergrößern die Blutgefäße im Penis, wodurch effektiver Blut in die Schwellkörper geleitet werden kann, das Glied versteift sich. Allerdings unterscheiden sich die vier Medikamente, die derzeit auf dem Markt sind, in einigen Punkten hinsichtlich Qualität, Wirkdauer und Zeitpunkt des Eintritts der Wirkung.

 

Sildenafil – der Vorreiter

 

Wie schon erwähnt, hat Pfizer mit dem Wirkstoff Sildenafil den Vorreiter der PDE-5-Hemmer unter dem Namen Viagra auf den Markt gebracht. Als ältester Wirkstoff der Gruppe wurde er natürlich im Laufe der Jahre am umfassendsten untersucht, so dass heute valide Daten zu seiner Wirkungsweise vorhanden sind. Verkauft wird der Wirkstoff unter dem Handelsnamen Viagra und in den Dosierungen von 25, 50 und 100 mg. In Untersuchungen zeigte sich, dass der Wirkstoff Sildenafil bei weit mehr Männern anschlug und eine zuverlässigere Wirkungsweise an den Tag legte als die bisher bekannten Potenzmittel, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen wurden. Tests ergaben, dass die höchste Dosierung von Sildenafil im Durchschnitt mehr als zwei Dritteln unter einer erektilen Dysfunktion leidenden Männer zu einer Erektion verhilft, die dauerhaft gehalten werden konnte. Erstaunlicherweise konnte auch einer von fünf Männern in der Kontrollgruppe eine Erektion aufbauen. Diese hatten allerdings nur ein Placebo erhalten. Dies beweist, dass allein der Name Viagra und das Vertrauen in das Präparat bereits so starke Hoffnungen wecken, dass allein der Wille zu einer Erektion ausreichen kann, diese aufzubauen. Eine Auszeichnung für die PR-Abteilung des Unternehmens Pfizer. Nach zwölf Wochen durchgehender Verabreichung von Viagra zeigte sich, dass die Erektionsfähigkeit der betroffenen Männer um 22,1 Punkte angestiegen war. Die Wirkung des PDE-5-Hemmers Sildenafil setzt nach 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein, die Wirkdauer wird mit vier bis sechs Stunden angegeben.

 

Tadalafil – erste Konkurrenz

 

2003, fünf Jahre nach der Markteinführung des Klassikers Viagra wurde dessen Monopolstellung gebrochen. Das Pharmaunternehmen Lilly brachte mit Cialis ein Potenzmittel auf den Markt, dessen Wirkstoff ebenfalls ein PDE-5-Hemmer war. Tadalafil wirkt ähnlich wie Sildenafil, übertrifft diesen jedoch in einigen Punkten. So stellte sich in Untersuchungen heraus, dass die Halbwertszeit von Tadalafil 17,5 Stunden beträgt. Maximal soll dem Körper der Wirkstoff 36 Stunden lang zur Verfügung stehen können. Zudem ist es, anders als bei den anderen PDE-5-Medikamenten, mit Cialis möglich, das Medikament in der Dosierung von fünf mg täglich einzunehmen und so den Tadalafilspiegel im Körper dauerhaft gleichmäßig hoch zu halten, wodurch der Mann sein Sexualleben unabhängiger von den Tabletten gestalten kann. Auch die Erektionsfähigkeit der Probanden stieg in dem Langzeittest mit Tardalafil bedeutend höher als bei Sildenafil. Nach einer durchgehenden Einnahme betrug die Fähigkeit eine Erektion aufzubauen 24 Punkte. Der einzige Nachteil von Tadalafil tritt jedoch bei der einfachen Einnahme auf. Durch die vergleichsweise spät einsetzende Wirkung nach erst sechs Stunden, ist es kaum möglich, spontan Sex zu haben. Daher empfiehlt sich bei diesem Wirkstoff eher die kontinuierliche, tägliche Dosis statt der Einzeleinnahme.

 

Vardenafil

 

Levitra aus dem Hause Bayer HealthCare wurde ebenfalls 2003 auf den Markt gebracht und ist der zweite Konkurrent für Viagra. Auch der in Levitra befindliche Wirkstoff Vardenafil übertrifft in einigen Punkten die Leistungsfähigkeit von Viagra. So zeigten Studien, dass der Wirkstoff Vardenafil im Durchschnitt bei fast 90 Prozent der getesteten Männer anschlägt. Ihnen gelang es nach der Einnahme von Vardenafil, eine Erektion aufzubauen, die ausreichend war, um einen Geschlechtsakt durchzuführen, bei dem mehr als 80 Prozent zum Orgasmus kamen. Die Wirkung des Medikamentes hält durchschnittlich zehn Stunden. Ein weiterer positiver Effekt, der von den Probanden hervorgehoben wurde, war der schnelle Eintritt der gewünschten Wirkung. Dieser setzte im Durchschnitt bereits zehn Minuten nach der Einnahme von Vardenafil ein. Später durchgeführte Studien zeigten, dass den Männern neben der Zuverlässigkeit eines Medikamentes vor allem der schnelle Eintritt der Wirkung wichtig ist. Die Erektionsfähigkeit der Probanden stieg im Langzeittest um 26 Zähler.

 

Spedra – das jüngste Produkt

 

Nach der Markteinführung von Cialis und Levitra 2003 war es lange ruhig auf dem Markt der Potenzmittel mit PDE-5-Hemmern. Doch nun haben die drei bekannten Medikamente erneut Konkurrenz bekommen. Das Pharmaunternehmen Berlin Chemie hat im April 2014 das Potenzmittel Spedra auf den Markt gebracht, dessen Wirkstoff der PDE-5-Hemmer Avanafil ist. Spedra ist in den Dosierungen 50, 100 und 200 mg erhältlich. Da das Medikament noch nicht allzu lang auf dem Markt ist, sind unabhängige Studien derzeit noch dünn gesät, valide Zahlen sind noch nicht bekannt. Dem Hersteller zufolge setzt die Wirkung von Vardenafil bereits nach 15 bis 30 Minuten ein, die Wirkdauer beträgt ähnlich wie bei Viagra sechs Stunden.

 

Neben- und Wechselwirkungen von PDE-5-Hemmern

 

Medikamente mit PDE-5-Hemmern sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz rezeptpflichtig. Allerdings können die Präparate und ihre Generika sicher und anonym rezeptfrei in einer Online-Apotheke bestellt werden. Allerdings sollte die Einnahme der Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, da bestimmten Risikogruppen wie Männern mit Leberschäden oder Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System abgeraten wird, diese Potenzmittel zu nutzen. Auch bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten sollte achtgegeben werden. Bei nitrithaltigen Präparaten oder HIV-Protease-Hemmern kommt es zu Wechselwirkungen und Kontraindikationen die teils drastische Folgen haben können. Die Studien mit den PDE-5-Hemmern zeigten, dass Präparate mit diesen Wirkstoffen gut verträglich sind. Die Nebenwirkungen, die eintreten können, sind Kopfweh, Muskelschmerzen oder Verdauungsstörungen. Vereinzelt können auch einige Zeit nach der Einnahme die Sehkraft und die Wahrnehmung von Farben etwas beeinträchtigt sein. Die Kosten für Medikamente mit PDE-5-Hemmern werden von den Krankenkassen leider nicht übernommen, da es sich um Präparate handelt, die lediglich die Lebensqualität heben sollen und daher als nicht erstattungsfähig eingestuft wurden.

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